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Ein Vertriebskanal ist eine deiner Marken. Wenn du unter einer Firma mehrere Marken führst, zum Beispiel „myLife AG” und „myLife Branch”, legst du für jede einen eigenen Kanal an. Jeder Kanal tritt mit eigenem Logo, eigenen Farben, eigener Domain und eigenem Kundenbereich auf. Deine Kunden, Abos, Rechnungen und Produkte bleiben dabei gemeinsam, du verwaltest also weiterhin alles an einem Ort. Jede Organisation startet mit einem Kanal namens default. Den legst du nie selbst an, und wenn du nur eine Marke führst, genügt er vollständig. Erst wenn eine zweite Marke dazukommt, legst du einen weiteren Kanal an.
Ein Vertriebskanal trennt das Auftreten deiner Marken, nicht deine Daten. Ein Kunde gehört zu einem Kanal und sieht dessen Branding, taucht aber weiterhin in deiner gemeinsamen Kundenliste auf.

Wann sich ein weiterer Kanal lohnt

Ein zweiter Kanal ist sinnvoll, sobald sich deine Marken nach außen unterscheiden sollen, zum Beispiel:
  • eigene Domain pro Marke, etwa shop-a.example.com und shop-b.example.com
  • eigenes Logo, eigene Farben oder eigene Rechtstexte
  • andere Zahlungsmethoden, etwa nur SEPA-Lastschrift im B2B und zusätzlich Karte und PayPal im B2C
  • eigene Coupon-Regeln für B2B und B2C

Den Kanal wechseln

Die Kanal-Einstellungen findest du in den Einstellungen unter Vertriebskanal. Über den Switcher oben in der Gruppe wählst du, welchen Kanal du gerade bearbeitest. Alles, was du darunter änderst, gilt für genau diesen Kanal.
Geöffneter Vertriebskanal-Switcher mit Kanalliste und der Aktion Neuer Vertriebskanal
Der Wechsel erfolgt ohne Neuladen, und dein zuletzt gewählter Kanal bleibt aktiv, während du zwischen den Seiten navigierst.

Einen Kanal anlegen

Wähle im Switcher Neuer Vertriebskanal. Es genügt ein Marken-Name, alles Weitere konfigurierst du anschließend.
Dialog Neuer Vertriebskanal mit Feld Marken-Name und Erweitert-Bereich
Der Marken-Name ist der Name, unter dem die Marke auftritt, etwa „Acme B2B”. Er erscheint in E-Mails, auf Rechnungen und im Checkout. Optional vergibst du unter Erweitert einen technischen Namen wie b2b-shop. Lässt du das Feld leer, leitet Fynn ihn aus dem Marken-Namen ab. Später lässt er sich nicht mehr ändern. Sobald der Kanal angelegt ist, erhält er automatisch eine eigene Adresse, über die sein Checkout sofort erreichbar ist. Eine eigene Domain ist damit optional.

Was du pro Kanal einstellst

Jeder Kanal hat eigene Seiten für sein Auftreten:

Marke & Domain

Name, Website und Telefon der Marke sowie ihre Domain.

Aussehen & Branding

Logo und Farben für Checkout, Kundenbereich und Dokumente.

Belegvorlagen

Logo-Position und Fußzeile der Rechnungen und Angebote.

Zahlungsmethoden

Welche Zahlarten dieser Kanal im Checkout anbietet.

Coupons

Ob Kunden in diesem Kanal Coupons einlösen können.

Kundenbereich

Was Kunden im Self-Service sehen und selbst tun dürfen.

E-Mail & Absender

Absender, Sendedomain und das Layout der E-Mails.

Weiterleitungs-URLs

Wohin Kunden nach der Zahlung zurückkommen.

Marke & Domain

Hier pflegst du die Eckdaten der Marke und verwaltest ihre Domain.
Seite Marke und Domain mit Stammdaten und verifizierter eigener Domain
Der Marken-Name erscheint überall dort, wo der Kunde die Marke sieht: im Checkout, im Absender deiner E-Mails, im Kopf deiner Rechnungen und im Kundenbereich. Die Website dient als Rücksprung-Link aus Checkout und Bestätigungs-Mails, das Telefon erscheint als Kontakt in E-Mails, Rechnungen und im Kundenbereich. Die Wallet zeigt dir direkt daneben an, wo welche Angabe erscheint.

Die Standard-Domain

Jeder Kanal hat von Anfang an eine eigene Adresse, zum Beispiel billing-demo.fynndemo.com. Über sie ist der Checkout dauerhaft erreichbar. Diese Adresse ist fest und lässt sich nicht ändern oder entfernen, sie bleibt also immer als Rückfallebene bestehen.

Eine eigene Domain verbinden

Damit Checkout und Kundenbereich unter deiner Marke laufen, verbindest du eine eigene Domain wie shop.example.com. Dafür legst du einen einzigen DNS-Eintrag an, das passende TLS-Zertifikat wird automatisch ausgestellt und erneuert. Ein zusätzlicher Nachweis ist nicht nötig.
1

Domain eintragen

Trage deinen Hostnamen ein, zum Beispiel shop.example.com, und bestätige. Die Domain erscheint mit dem Status Ausstehend, und die Wallet zeigt dir den nötigen DNS-Eintrag an.
2

DNS-Eintrag setzen

Lege bei deinem DNS-Anbieter den angezeigten CNAME-Eintrag an. Den genauen Zielwert siehst du in der Wallet, er sieht etwa so aus:
TypNameWert
CNAMEshop.example.comcname.customerfront.app
Falls die Wallet weitere Einträge zur Bestätigung anzeigt, lege auch diese unverändert an.
3

Verifizieren

Sobald die DNS-Einträge greifen, klickst du auf Verifizieren, und die Wallet prüft den Status sofort. Die Prüfung läuft zusätzlich automatisch im Hintergrund: Fynn schaltet die Domain frei, sobald sie bereit ist, auch ohne dein Zutun.

Die beiden Status

Die Wallet zeigt dir zwei Angaben zur Domain: die eine, ob die Domain dir zugeordnet ist, die andere, ob ihr Sicherheitszertifikat ausgestellt ist. Erst wenn beides erfüllt ist, wird die Domain produktiv geschaltet.
AngabeWas sie dir sagtVerlauf
DomainOb der DNS-Eintrag erkannt und die Domain dir zugeordnet wurde.Ausstehend, dann Verifiziert
TLSOb das Sicherheitszertifikat ausgestellt ist.Ausstehend, Wird geprüft, dann Aktiv
Sobald das Zertifikat aktiv ist, ist die Domain live, und Kunden, die darüber kommen, sehen automatisch diesen Kanal.
Aktiv bedeutet: Das Zertifikat ist ausgestellt und deine Domain ist live. Weitere Schritte sind nicht nötig.

Fehlerbehebung

Der DNS-Eintrag ist noch nicht überall angekommen. Das kann je nach Anbieter ein paar Minuten bis Stunden dauern. Mit dig CNAME shop.example.com prüfst du, ob der Eintrag schon greift, danach klickst du erneut auf Verifizieren.
Das Zertifikat konnte nicht ausgestellt werden. Meist liegt es an einem abweichenden oder doppelten Eintrag, einem alten A- oder AAAA-Eintrag auf demselben Host oder einer CAA-Regel, die das Zertifikat blockiert. Entferne kollidierende Einträge und setze den CNAME genau auf den angezeigten Wert.
Entfernst du die eigene Domain, übernimmt automatisch die Standard-Adresse des Kanals. Der Checkout bleibt durchgehend erreichbar.
Eine Domain gehört immer zu genau einem Kanal. Über sie entscheidet Fynn, welcher Kanal einen Besucher empfängt, deshalb lässt sie sich nicht an zwei Kanäle gleichzeitig hängen.

Aussehen & Branding

Hier gibst du dem Kanal sein Gesicht: ein Logo und zwei Farben, die in Checkout, Kundenbereich, E-Mails und Dokumenten auftauchen.
Seite Aussehen und Branding mit Logo-Upload und Farbwählern
Für das Logo eignet sich am besten ein transparentes PNG oder SVG. Die Unternehmens-Farbe ist die Hauptfarbe der Marke, die Akzent-Farbe setzt einzelne Elemente in Szene. Diese Werte überschreiben für diese Marke das, was im default-Kanal hinterlegt ist.

Belegvorlagen

Damit Rechnungen und Angebote zur Marke passen, stellst du hier die Logo-Position und die Fußzeile der PDFs ein. Die übergreifenden Layout-Vorlagen und das PDF-Styling bleiben weiterhin zentral unter Aussehen & Design.
Seite Belegvorlagen mit Logo-Position und Fußbereich

Zahlungsmethoden

Hier entscheidest du, welche Zahlarten der Kanal im Checkout zeigt. Lässt du die Auswahl leer, sind alle Methoden erlaubt, deren Anbieter du eingerichtet hast. Wählst du gezielt Methoden aus, beschränkst du den Kanal genau auf diese. So bietet dein B2B-Kanal zum Beispiel nur SEPA-Lastschrift an, während der B2C-Kanal zusätzlich Karte und PayPal zeigt.
Seite Zahlungsmethoden mit der erlaubten Methoden-Auswahl und verbundenen Gateways
Wählbar sind nur Methoden, deren Zahlungsanbieter aktiv ist. Welche Anbieter du angebunden hast, verwaltest du übergreifend unter Zahlungsmethoden.

Coupons

Hier legst du fest, ob deine Kunden in diesem Kanal überhaupt Coupons einlösen können. Steht der Schalter aus, sind Coupons im ganzen Kanal gesperrt, egal was an einem einzelnen Checkout-Link erlaubt ist. Ein Checkout-Link kann Coupons also weiter einschränken, aber nie gegen den Kanal erlauben.
Seite Coupons mit dem Schalter für den ganzen Kanal
KanalCheckout-LinkCoupon einlösbar
erlaubterlaubtja
erlaubtgesperrtnein
gesperrterlaubtnein, der Kanal gewinnt
gesperrtgesperrtnein
Bei neuen Kanälen sind Coupons standardmäßig erlaubt. Schaltest du sie aus, sind sie in keinem Checkout-Link dieses Kanals mehr einlösbar.

Kundenbereich

Im Kundenbereich melden sich deine Kunden an und verwalten ihre Daten selbst. Hier bestimmst du, was sie dort sehen und dürfen.
Kundenbereich-Einstellungen mit Aktivierungs-Schalter, sichtbaren Bereichen und Kündigungsregeln
Zuerst schaltest du den Kundenbereich für diesen Kanal ein oder aus. Ist er deaktiviert, können sich Kunden dieses Kanals nicht anmelden. Darunter bestimmst du, welche Bereiche sichtbar sind, etwa Rechnungen, Adressen, Zahlungsmethoden, laufende Abos oder die Ansprechpartner, und ob Kunden ihre Abos selbst kündigen dürfen, sofort oder erst zum Ende der Testphase. Unter Rechtstexte hinterlegst du die Links zu AGB und Datenschutz, die im Checkout und im Kundenbereich erscheinen. Welches Branding und welchen Kundenbereich ein Kunde sieht, ergibt sich aus der Domain, über die er zugreift.

E-Mail & Absender

Damit E-Mails zur Marke passen, stellst du hier den Absender ein, also den Namen, unter dem deine Mails verschickt werden. Über die Sendedomain verschickst du aus deiner eigenen Adresse statt über Fynn (mehr dazu unter Eigene E-Mail-Domain). Mit Kopf und Fuß der Mail-Vorlage gibst du den E-Mails dieses Kanals ihren Rahmen.
Seite E-Mail und Absender mit Absender, Sendedomain und Mail-Vorlage

Weiterleitungs-URLs

Nach der Zahlung schickst du den Kunden zurück auf eine eigene Seite, zum Beispiel auf deine Dankesseite. Lässt du ein Feld leer, landet der Kunde auf der Standardseite der Kundenfront.
Seite Weiterleitungs-URLs mit den Ziel-URLs je Zahlungsstatus
FeldWohin der Kunde kommt
ErfolgNach erfolgreicher Zahlung.
AbbruchWenn der Kunde beim Anbieter abbricht.
FehlerWenn der Anbieter ablehnt.
AusstehendSolange die Zahlung noch läuft, etwa bei SEPA-Lastschrift.
API-RückkehrNach einer per API eingerichteten Zahlungsmethode.
Mehr zur API-Rückkehr-URL steht in der Entwickler-Dokumentation.

Welchen Kanal ein Kunde sieht

Das übernimmt Fynn automatisch. Kommt ein Kunde über die Domain eines Kanals, sieht er dessen Marke. Im Checkout bringt der Warenkorb seinen Kanal bereits mit. Lässt sich nichts davon eindeutig zuordnen, greift der default-Kanal. Die genauen Regeln samt Headern findest du in der Entwickler-Dokumentation.

Was gemeinsam bleibt

Kunden, Abos, Rechnungen, Produkte und Preise gehören weiterhin der ganzen Organisation, nicht einem einzelnen Kanal. Jeder Kunde ist genau einem Kanal zugeordnet, und du kannst diese Zuordnung jederzeit ändern. Sie entscheidet nur darüber, welches Branding der Kunde in Bestätigungen und im Kundenbereich sieht.

Einen Kanal löschen

Einen Kanal löschst du, sobald keine Kunden, Checkout-Links oder Preispläne mehr auf ihn zeigen. Solange noch etwas darauf verweist, ordnest du es zuerst einem anderen Kanal zu, danach lässt sich der Kanal löschen. Der default-Kanal bleibt immer bestehen, er ist der Anker deiner Organisation.

Für Entwickler

Vertriebskanäle über die API

Kanal-Auflösung, das Feld am Kunden, die Endpunkte für Kanäle und eigene Domains und das Webhook-Verhalten, mit Codebeispielen.